Das richtige Licht für herausragende Blog-Fotos

Wenn es etwas gibt, auf das ihr beim Fotografieren angewiesen seid, dann ist das Licht. Ist doch klar, denkt ihr, ohne Licht sieht man ja auch nichts. Und wo man nichts sieht, kann man auch keine Fotos machen. Was ich meine ist aber wirklich viel Licht. Viel sehr schönes Licht! Jetzt dreht er durch. Nein im Ernst: Ob ihr überhaupt fotografieren könnt, hängt davon ab, ob ihr ausreichend Licht zur Verfügung habt. Wie schön eure Fotos letztlich werden, hängt allerdings ganz entscheidend davon ab, wie schön das Licht ist. Also Qualität und Quantität. In diesem Post geht es um das sog. vorhandene Licht (available light), also Tageslicht. In einem späteren Post werde ich auch auf die Blitzfotografie eingehen und was ihr dabei so alles Beachten solltet.

Warum viel Licht? (Quantität)

In jeder Kamera befindet sich ein Bildsensor, der je nach Güte und Machart eine bestimmte Menge Licht braucht, um ein aufgenommenes Foto korrekt zu belichten. Korrekt belichtet, bedeutet, dass das resultierende Foto weder zu hell, noch zu dunkel ist. In dem Beispielbild seht ihr in der Mitte eine korrekt belichtete Dana: perfect light / blog-essentials Diese Lichtmenge könnt ihr durch (Achtung Fachbegriffe!) Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert steuern. Habt ihr alles bestimmt schon mal gehört, oder? Interessiert euch nicht? Sollte es aber, sonst gibt es keine hübschen Fotos. Aber dazu mehr in einem anderen Grundlagen-Post. Kein Problem ist es, wenn ihr zuviel Licht habt. Denn dann könnt ihr mit Hilfe der Blende oder dem Verschluss (genauer mit dessen Verschlusszeit) quasi abdunkeln (geschlossene Blende und/oder kurze Verschlusszeit), sodass nur noch so viel Licht auf den Bild- Sensor fällt, dass euer Foto am Ende korrekt belichtet wird. Habt ihr jedoch zu wenig Licht, dann müsst ihr die Rollos komplett aufreißen (offene Blende) und so lange (Verschlusszeit) mit Licht fluten, bis euer Bild hell genug, also wiederum korrekt belichtet ist. Ja und, wo ist das Problem, dann mach ich das eben so?! Das Problem ist, dass es vor allem bei lange geöffneten Rollos nahezu unmöglich ist, Personen oder andere bewegliche Motive zu fotografieren, ohne dass ein Bild unscharf wird. Und wenn ich ganz still halte? Dann darf auch die Person hinter der Kamera kein bisschen wackeln. Denn je länger der Vorhang aufbleiben muss, um genug Licht einzufangen, desto unmöglicher wird es ein Foto zu schießen, das nicht verwackelt ist. Das nennt sich dann auch Bewegungsunschärfe. motion blur /blog-essentials Für eure Kamera bzw. den Sensor ist es i.d.R. viel früher zu dunkel, als für eure Augen. Wenn ihr noch alles wunderbar hell seht, ist der Bildsensor eurer Kamera schon auf einem Auge blind. Das kann schon bei stark bewölktem Himmel, in den meisten Innenräumen und kurz nachdem die Sonne hinter den ersten Häusern verschwunden ist so sein.

Was ist schönes Licht? (Qualität)

Licht kann tatsächlich auch ganz schön hässlich sein. Und das sieht man dann leider auch auf den Fotos. Denn mit hässlichem Licht könnt ihr ein Motiv nicht schön ausleuchten. Selbst das Licht, über das wir uns im Sommer am meisten freuen, nämlich strahlender Sonnenschein, macht die meisten Fotos eher zu unschönen Schnappschüssen. Das scheint jetzt irgendwie unlogisch und ist auf Anhieb auch eher nicht so leicht zu verstehen, aber ich erklär‘ es euch. Wenn die Sonne in ihrer ganzen wunderschönen Pracht, sagen wir Mittags, am wolkenlosen Himmel steht, dann macht sie ein sehr direktes, sog. hartes Licht. Hartes Licht wirft wiederum harte Schatten, die sehr klar abgegrenzt sind, also nicht verschwimmen. Das könnt ihr leicht an eurem eigenen Schatten beobachten. Harte Schatten bedeuten harte Kontraste und diese beiden in Kombination sehen auf Fotos leider gar nicht geschmeidig aus. Besonders dann nicht, wenn das Licht auch noch genau senkrecht von oben kommt. Ihr seht auf euren Fotos jede Hautpore und lange dunkle Schatten auf Gesichtern und Outfits. Das Zauberwort lautet: Weiches Licht.

Was ist weiches Licht?

Zuckerwatte, fluffig, seidig, süß und lecker. Unsinn, ich meine natürlich weiches Licht oder um es besser greifen zu können: Diffuses Licht.

Diffus bedeutet nichts anderes als gestreut, das Gegenteil von direkt (=hart). Und wo kriege ich so ein Licht her? Da wo ihr es vielleicht am wenigsten erwartet: im Schatten.

Steht im Hochsommer die Sonne am höchsten, macht es wenig Sinn draußen unter freiem Himmel zu fotografieren. Hier sucht ihr euch am besten ein schattiges Plätzchen. Das kann ein großer Baum sein oder eine Seitenstraße, in die nicht direkt die Sonne fällt. Findet sich nichts was auch sonst euren Vorstellungen von eurem geplanten Foto entspricht, müsst ihr warten. Bei dem schönen Wetter findet sich aber bestimmt eine schöne Beschäftigung. Ein Spaghetti-Eis oder vielleicht doch spontan zum See?!

Worauf warten?

Zum einen auf mehr großflächige Schatten, die es euch ermöglichen eure Bilder außerhalb der grellen Sonne zu machen. Die schönsten Ergebnisse erhaltet ihr übrigens im sog. Grenzschatten, also im Übergang zwischen Sonnenseite und Schattenseite. Hier habt ihr noch genug von der Schönheit der Sonnenstrahlen, ohne deren hässliche Seite auf eure Fotos zu bekommen. Zum anderen auf…

Oh nein, da kommen ein paar riesige Wolken, jetzt ist die Sonne gleich weg. Prima!!! Für Fotos am Tag eigentlich das Beste, was euch passieren kann. Denn die Sonne ist ja nicht weg, sondern nur hinter einem riesengroßen Diffuser versteckt. So eine Wolke streut das grelle Sonnenlicht in alle Richtungen, sodass ihr perfekt weiches Licht bekommt. Vielleicht habt ihr schon mal gesehen, dass Fotografen häufig mit einer sog. Softbox fotografieren. Das ist meistens so eine große schwarze Box mit einer milchigen Frontfläche, durch die hindurch sie bei Shootings Ihre Motive, vor allem Menschen, anblitzen. So eine Wolke macht genau den selben Effekt nur viel, viel größer. Und Größer bedeutet immer auch weicher. Beobachtet jetzt mal euren Schatten. Da ist gar keiner, obwohl es mega hell ist? Wunderbar. Perfekte Fotos garantiert! perfect light / blog-essentialsDas ging super! Schade, dass die Wolken weitergezogen sind. Aber worauf wollen wir noch warten? Auf die „Goldene Stunde“. Äh…ah ja, klar ^^

Das schönste Licht des Tages bei klarem Himmel ist das Licht kurz vor Sonnenuntergang bzw. kurz nach Sonnenaufgang (Bin leider ein Morgenmuffel, bei mir wird das nichts.). In diesem Licht sieht einfach alles schön aus. Warum? Zu kompliziert – hat irgendwas mit Physik und unserer Atmosphäre zu tun. Ist doch egal, das Licht ist irre schön. Und es kommt auch noch aus der richtigen Richtung, nämlich (hoch-) frontal auf das Motiv. perfect light / blog-essentials Jetzt heißt es nur keine Zeit verlieren. Denn wie der Name schon sagt, hält das Ganze nur für etwa eine Stunde an und schwups ist die Sonne auch schon hinter dem letzten Hügel oder Baum verschwunden. Von einer Sekunde auf die andere haben wir wieder das Problem mit der zu geringen Lichtmenge, dem Vorhang (siehe oben). Zeit nach Hause zu gehen und sich die ganzen schönen Bilder anzuschauen. Es war ja auch ein langer aufregender Tag. :)

In welcher Lichtsituation macht ihr am liebsten die Fotos für euren Blog? Habt ihr Fragen zu einem der Punkte aus meinem Post? Ich freue mich immer über Vorschläge zu neuen Themen, also her damit!

Wenn euch dieser Post gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn ihr ihn teilt und mir auf einer meiner Social Media Seiten folgt.
Euer Bene.

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