Blogger Relations

Blogger Relations / blog-essentials

Die Zusammenarbeit zwischen werbetreibenden Unternehmen und Bloggern kann für beide Seiten eine lohnende Beziehung darstellen. Damit alle beteiligten Parteien tatsächlich von einer Kooperation profitieren, gilt es, die jeweiligen Interessen des Partners zu kennen und Potenziale richtig einzuschätzen. So einfach das klingt, so häufig wird dies in der Praxis verfehlt.

Noch haben sich viele Unternehmen, bzw. die von ihnen beauftragten PR- und Marketing-Agenturen mit der Thematik der Blogger Relations nur unzureichend auseinandergesetzt. Hierbei treten regelmäßig Fehler auf, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit verhindern oder wenigstens erschweren können.

Auswahl der richtigen Blogger

Einer der häufigsten Fehler, die Unternehmen bei der Auswahl der für eine Kooperation passenden Blogger machen, ist die mangelnde Kenntnis der wichtigen Kennzahlen der unterschiedlichen Social Media Kanäle. Oftmals werden Blogger für eine Kooperation gewählt, die über falsche oder viele inaktive Follower verfügen. Ebenso wird häufig die Übereinstimmung der relevanten Produkt-Zielgruppe mit den Followern eines Bloggers vernachlässigt, sowohl demographisch, als auch geografisch. Falsch interpretierte Kennzahlen oder ein Mangel an relevanten Informationen in diesem Punkt führen zwangsläufig zu falsch investiertem Werbebudget und falschen Erwartungen auf beiden Seiten.

Ansprache auf Augenhöhe

Immer noch scheinen vor allem viele PR- und Werbeagenturen zu glauben, dass die meisten Blogger unproffessionell agieren und treten jenen entsprechend gegenüber. Vorausgesetzt die Auswahl der angesprochenen Bloggerinnen nach den o. g. Kriterien ist sorgfältig erfolgt, begegnen sich bei der Kontaktaufnahme Proffessionals, die voneinander profitieren wollen. Entsprechend groß sollte der gegeseitige Respekt sein, welcher sich durch angemessene Angebote und verhandelbare Vertragsbedingungen, aber auch den richtigen Ton manifestiert. Voraussetzung hierfür ist wiederum die Kenntnis der absoluten Reichweite eines Bloggers und der Relevanz der angesprochenen Zielgruppe für das zu bewerbende Produkt.

Verträgliche Absprachen

Ist die Ansprache gelungen und das gegenseitige Interesse vorhanden, gilt es eine für beide Seiten attraktive Absprache über die Ausgestaltung der Produktpräsentation zu finden. Hierbei sollte von Unternehmensseite berücksichtigt werden, dass Blogger sich ihre Leserschaft und ihre Follower auf diversen Social Media Plattformen mühevoll erarbeitet haben. Zu plakative Werbung kann dazu führen, dass die Authentizität des Bloggers in Frage gestellt wird und er/sie dadurch das größte Kapital eines Blogs, die Leser, verliert. Die Beziehung zwischen Bloggern und ihren Lesern beruht auf Vertrauen und den Glauben an die Aufrichtigkeit der redaktionellen Inhalte. Immer wieder verlangen Agenturen eine Nicht-Kennzeichnung von gesponsorten Artikeln oder fordern Blogger dazu auf sog. „Do-Follow“-Links in ihre Beiträge zu integrieren. Ersteres verstößt zumindest in Deutschland gegen geltenes Recht und erfüllt den Tatbestand der Schleichwerbung. Letzteres verstößt wiederum gegen Googles Richtlinien und kann dazu führen, dass ein Blog aus dem Google-Ranking ausgeschlossen wird. Beide Forderungen mögen aus Unternehmenssicht für ihr Produkt förderlich sein, sie lassen aber ebenso Rückschlüsse darauf zu, dass es diesem Unternehmen bei der Vereinbarung nicht um eine fair ausgestaltete Kooperation geht. Blogger kommunizieren untereinander, insbesodere die Erfolgreichen unter ihnen. Da spricht es sich sehr schnell rum, welche Marken angemessene Forderungen stellen und welche nicht. Unternehmen und Agenturen verbauen sich hierdurch schnell den Zugang zu den tatsächlich wichtigen Persönlichkeiten in der Bloggerszene. Grundsätzlich gilt es, auf eventuelle Einwände und Verbesserungsvorschläge von den als Kooperationspartner auserkorenen Bloggern einzugehen und gemeinsam nach der Erfolg versprechensten Lösung zu suchen. Denn niemand kennt seine Zielgruppe besser als der Blogger selbst.